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Sep

Der Countdown läuft: Am 24. September wird Berlin wieder zum internationalen Marathon-Mekka! Deutschlands größter und bekanntester City Marathon lockt jährlich rund 40000 Läufer aus über 100 Nationen und 1 Millionen begeisterte Zuschauer in die Spreemetropole. Doch was macht den Berlin Marathon eigentlich so besonders? Ist es die unglaublich hohe Dichte an Weltklasse-Läufern und prominenten Top-Athleten? Oder die touristisch attraktive und schnelle Strecke, die einer Sightseeing-Tour in nichts nachsteht und für neue Rekorde geradezu prädestiniert ist? Vielleicht ist es aber auch die filmreife Erfolgsgeschichte des Berliner Stadtlaufs im Nachkriegsberlin der 70er und 80er? Wir verraten es euch!

Der Berlin Marathon gehört heute zur internationalen Wettkampfserie der World Marathon Majors. Auch wenn in New York, Chicago und London mehr Läufer an den Start gehen, so hält doch Berlin den offiziellen Geschwindigkeitsrekord als schnellste Marathonstrecke der Welt. Mit nur wenigen Steigungen und Kurven bietet der flache Rundkurs durch die Hauptstadt den Athleten ideale Voraussetzungen für neue Bestleistungen. Insgesamt 10 Weltrekorde wurden hier schon aufgestellt – so viele wie bei keinem anderen Marathon. Zuletzt knackte Dennis Kimetto die Bestmarkte: 2014 finishte der Kenianer in 2:02:57 Stunden und schrieb in Berlin Marathon-Geschichte. Die schnellste Frau ist die Japanerin Mizuki Noguchi mit einer Zeit von 2:19:12 Stunden. Letztes Jahr verpasste Kenenisa Bekele mit seiner Jahresweltbestzeit von 2:03:03 Stunden nur knapp den Weltrekord.

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Doch in Berlin geht es nicht nur um Rekorde und Weltklasse-Athleten. Es ist vor allem die gelungene Verbindung von Spitzen- und Breitensport, die dieses Mega-Laufevent so reizvoll macht. So ist der Berlin Marathon auch immer schon ein Volkslauf gewesen. Das Rennen fand erstmals im Oktober 1974 als „Berliner Volksmarathon“ im Grunewaldberlin marathin 2017_3 statt. Gerade einmal 286 Läufer gingen damals an den Start, von denen 244 das Ziel am Mommsenstadion erreichten. Sieben Jahre sollten vergehen, bis der Berlin Marathon endlich seinen Weg in die Innenstadt fand. Horst Milde, der Urvater des Berlin Marathons, stieß dabei zunächst auf viel behördliches Unverständnis: „Dort drüben sitzt ein Verrückter – der will durch die Stadt rennen!“ Mit diesen Worten wurde er 1980 dem Polizeipräsidenten des geteilten Berlins vorgestellt. Nachdem alle politischen Hürden überwunden waren, konnte der Berlin Marathon 1981 den Grunewald verlassen und wurde mit über 3000 gemeldeten Läufern zum größten deutschen Stadtlauf. Für viele Sportler im Osten blieb es ein unerfüllter Traum, einmal beim Berlin Marathon zu starten. Dennoch schafften es einige clevere Läufer aus der DDR, sich unter die West-Berliner Starter zu mischen, indem sie unter Pseudonymen liefen. So startete ein Thüringer Läufer nacheinander unter dem Namen seiner Katze, seines Hundes und seines Heimatdorfes. Der 17. Berlin Marathon im September 1990 hatte besondere sporthistorische Bedeutung: Drei Tage vor der deutschen Wiedervereinigung führte die Strecke erstmals durch beide Stadthälften und das jahrzehntelang nicht zugängliche Brandenburger Tor. Nicht wenige der 25000 Läufer vergossen Tränen, als sie das Wahrzeichen Berlins passierten. Mit dem Fall der Mauer stieg der Berlin Marathon endgültig in die Eliteklasse der internationalen Stadtläufe auf.

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Damals wie heute begeistert der attraktive Berliner Rundkurs mit seinen zahllosen Sehenswürdigkeiten. Die Läufer starteten auf der Straße des 17. Juni und passieren auf der 42,195 km langen Strecke u.a. das Bundeskanzleramt und den Reichstag (6,5 km), den Friedrichstadtpalast (8 km), den Platz am Wilden Eber (28,5 km), die Gedächtniskirche (35 km), den Potsdamer Platz (38,5 km), die Straße Unter den Linden (41 km) und laufen schließlich am Brandenburger Tor durch das Ziel. Dabei werden die Teilnehmer fast durchgängig von begeisterten Zuschauern angefeuert und zusätzlich bringen hunderte Live-Bands die Stimmung zum Kochen.

Damals wie heute begeistert der attraktive Berliner Rundkurs mit seinen zahllosen Sehenswürdigkeiten.

Auch der Berlin Marathon 2017 verspricht wieder ein absolutes Highlight zu werden. In sportlicher Hinsicht wird es dieses Jahr ganz besonders spannend, denn mit Kenenisa Bekele, Eliud Kipchoge und Wilson Kipsang treffen in Berlin gleich drei der derzeit besten Marathonläufer aufeinander. Die Chancen für einen neuen Weltrekord stehen also nicht schlecht! Auch das Frauenfeld ist wieder top besetzt, mit Weltklasse-Läuferinnen wie Gladys Cherono und Aberu Kebede. Neben dem Hauptmarathon für Läufer, Rollstuhlfahrer und Handbiker am Sonntag gibt es am Samstag einen Marathon für Inlineskater und den traditionellen Mini-Marathon für Schüler über die letzten 4,2195 km der Originalstrecke. Auch das umfangreiche Rahmenprogramm mit Literaturmarathon, Frühstückslauf, Berlin Vital-Messe und Abschlussparty lässt keine Wünsche offen. Es gibt also mehr als genug Gründe, beim Berlin Marathon 2017 mit dabei zu sein. Wir wünschen allen Teilnehmern, Fans und Zuschauer viel Spaß bei diesem einzigartigen Lauferlebnis!

 

 Bilder: BMW Berlin Marathon

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