“Pre” Steve Prefontaine – Legende des Laufsports

Ein Läuferleben

Viele Läufer werden diesen Namen kennen: Steve Prefontaine. Er stellte in Amerika 15 Rekorde auf Distanzen von 2000 Metern bis 10.000 Metern auf. Unter dem Spitznamen „Pre“ wurde er weltweit bekannt und zur Laufsportlegende. Geboren wurde dieses Ausnahmetalent am 25. Januar 1951 in Coos Bay, Oregon, wo er auch seine Begabung fürs Laufen entdeckte. Seine Disziplin, sein Ehrgeiz und seine Entschlossenheit bei jedem Rennen zeichneten ihn aus. Ray Prefontaine, Steves Vater, lernte Steves Mutter Elfriede im Zweiten Weltkrieg in Deutschland kennen. Zusammen ließen sie sich in Coos Bay nieder. Da Steve für das Football- und auch Basketball-Team zu klein war, nahm er sich im ersten Jahr an der High School dem Laufsport an.

Nach so vielen Jahren im Laufsport ist das Laufen ein Teil meines Lebens geworden.

 

Damals rannte niemand einfach so zum Spaß. In Oregon war es normal, Steve beim Lauftraining auf den Straßen zu sehen, doch in anderen Teilen des Landes hätten es die Menschen seltsam gefunden. Manche Skeptiker fragten „Wovor rennt ihr denn weg?“ Trainiert wurde er von Bill Bowerman und galt bald als College-Phänomen. Nationale Aufmerksamkeit bekam er dann, als er 1969 den High School-Rekord im 2-Meilen-Lauf brach. In den späten 1960ern wurde das Laufen auch als Freizeitsport immer populärer und weltweit der zweitbeliebteste Sport.

Er war wahrscheinlich der beste Läufer, den Amerika je hatte, sein Tag war nur noch nicht gekommen. Das ist das Traurige daran.

 

Neben seinen sportlichen Erfolgen war er einer der offensten Kritiker der Amateur Athletic Union (AAU), einer amerikanischen Organisation für den Amateur-Sport. Zu dieser Zeit mussten die Athleten um eine Genehmigung bitten, wenn sie an Wettkämpfen teilnehmen wollten, die nicht von der AAU ausgetragen wurden. Diese Vorschrift versagte den Sportlern die Möglichkeit, Geld durch Sponsoring und die Teilnahme an Wettbewerben zu verdienen.  Weder Oregon noch der Laufsport hatten je so eine mutige Person wie Prefontaine gesehen, die noch dazu den Verband dieser Sportart so unerschrocken kritisierte. In der Hoffnung, wenigstens etwas Geld zu verdienen und seinen Sport voranzutreiben, wurde Steve einer der ersten Angestellten der kleinen Firma Blue Ribbon Sports, die 1971 in Nike umbenannt wurde.

steve Prefontaine2Im Jahr 1972 trat er bei den Olympischen Spielen in München an. Nach einem spektakulären Lauf, bei dem er sich verbissen immer wieder an die Spitze des Feldes kämpfte, verpasste er um weniger als eine Sekunde die Bronze-Medaille. Diese Niederlage brach ihm das Herz, doch dadurch wurde er nur noch mehr zur Legende, denn er war mit seinen 21 Jahren der jüngste Teilnehmer im Feld. Als er nach den Olympischen Spielen wieder an die High School zurückkehrte, musste er eine Lektion lernen, die er so noch nicht kannte: „Die wahre Herausforderung liegt im Verlieren und darin, wie man danach wieder aufsteht.“

Mit dem Ziel, bei den Olympischen Spielen in Montreal 1976 den Sieg zu holen, trainierte er immer weiter und stellte weitere Rekorde auf. In der Nacht zum 30. Mai 1975 starb Steve Prefontaine bei einem tragischen Autounfall im Alter von 24 Jahren. Einige Fragen über die Umstände seines Todes bleiben bis heute ungeklärt. Sein Tod warf tiefe Bestürzung auf, denn für viele Laufsportler war und ist er auch heute noch ein Vorbild. Ihm zu Ehren findet jedes Jahr ein 10.000-Meter-Lauf in Coos Bay statt.

 

Bilder: Photopin

photo credit: Steve Prefontaine quote poster via photopin (license)

Steve Prefontaine at his last race, May 29, 1975, Hayward Field, Eugene, Oregon. Photo by Brian Lanker via photopin (license)

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